Das XXI. Forum Finanzplanung brachte 500 Finanzplaner und 50 Aussteller in Berlin zusammen. Im Fokus: Marktprognosen, Digitalisierung und neue Roundtable-Formate.
Ob Aktien, Anleihen, Immobilien, Bitcoins oder Konsumentenkredite – Fachbesucher konnten sich am 27. und 28. November beim 21. Finanzplanungsforum in Berlin über die Entwicklungen in vielen Anlageklassen und Produktbereichen auf dem Laufenden halten, über Vermögensverwaltungsstrategien, rechtliche und steuerliche Fragen oder darüber, wie 34f-Berater Wege zur Vermögensverwaltung vorbereiten. Im Kosmos, einem zum Veranstaltungszentrum umgebauten ehemaligen Ostberliner Kino, waren in diesem Jahr Prognosen für die Märkte im Jahr 2026 und Künstliche Intelligenz (KI) besonders gefragt.
Seit 2004 veranstaltet das Financial Planners Network gemeinsam mit dem Institut für Finanz- und Nachfolgeplanung (IFNP) das Forum Finanzplanung in Berlin. Durch die Teilnahme an beiden Tagen konnten zertifizierte Finanzplaner wie das CFP insgesamt maximal 12 Weiterbildungspunkte (CPD Credits) erwerben. Jeder Inhaber eines CFP-Zertifikats benötigt beispielsweise 30 Stunden Weiterbildung pro Jahr, um sein Zertifikat weiterhin aufrechtzuerhalten.
Schwerpunktthemen und journalistischer Talk
In diesem Jahr haben die Veranstalter bewusst auf die Einladung bekannter Politiker verzichtet; Stattdessen stand auf der Agenda eine Podiumsdiskussion mit renommierten Journalisten. Kolumnist Jan Fleischhauer, ehemaliger AWD-Kommunikationsdirektor und PR-Profi Béla Anda und World TV-Moderatorin Nena Brockhaus sprachen über Meinungsmacht, Medienwandel und gesellschaftliche Verantwortung.
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Kritisiert wurden unter anderem die teils privaten, teils staatlichen „Meldestellen gegen Hass und Hetze“, die überall aus dem Boden schießen und Anlass zu zahlreichen Gerichtsverfahren geben. Die gerichtliche Belästigung von Meinungen müsse entschieden bekämpft werden, wenn diese eine gegenteilige Meinung vertreten, erklärte Anda.
Ein weiteres Highlight war ein Interview mit Deutschlands bekanntestem Digitalunternehmer Philipp Westermeyer, Gründer und CEO von OMR. Im Interview mit Andreas Franik äußerte er seine Vision der aktuellen Digitalwirtschaft, sprach über Trends, Fehler und Chancen und erzählte, wie es ihm gelang, die amerikanische Berühmtheit Kim Kardashian für das von OMR organisierte Digitalfestival in Hamburg zu gewinnen. Er gab Fachbesuchern Ratschläge, wie sie ihre Sichtbarkeit in den Ergebnissen von KI-Plattformen erhöhen können, beispielsweise durch Beiträge auf der Reddit-Plattform, einer Gruppe von Diskussionsforen. Podcasts sind derzeit immer noch eine gute Idee.
Experten sehen keine KI-Blase im Markt
Neben den begehrten Einblicken in Wirtschaft, Aktienmärkte und Immobilien interessierte viele Finanzplaner auch die Frage, ob die Welt auf eine KI-Blase zusteuert. Die Antwort der Experten des Financial Planning Forums war nein. „Wir sehen keine KI-Blase“, sagt Mario Künzel von DJE Kapital. Derzeit wird viel Geld nur im Bereich der KI-Anwendungen ausgegeben, wo Unternehmen keinen Gewinn erzielen. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um eine Blase in den Bereichen KI-Hardware und Software-Infrastruktur.
Darüber hinaus erfreuten sich die Fachbesucher an Sonderthemen wie der Übertragung von Nießbrauchsimmobilien, Konzepten zur Generationenberatung und einem Tagungsblock zu Versicherungsthemen für die Nachlassplanung.
Neuigkeiten auf Anfrage der Aussteller
Das Financial Planning Forum wurde seinem Anspruch gerecht, ein breites Spektrum relevanter Themen anzubieten. Auch Ihre Wünsche und Anregungen werden im Vorfeld berücksichtigt. Eine der Neuerungen in diesem Jahr war ein Roundtable-Format, bei dem Redner mit Besuchern an einem großen hufeisenförmigen Tisch saßen und schriftliche Präsentationsfolien vor sich hatten. „Aussteller wollten immer direkter mit den Teilnehmern interagieren können“, erklärte Veranstalter Sven Putfarken vom Mitveranstalter IFNP.
Neu war auch die IFNP-App mit vielen Informationen zum Programm, die zur Teilnehmerregistrierung genutzt wurde. Um Bildungspunkte zu sammeln, mussten Besucher QR-Codes aus der App scannen, die zu Beginn und am Ende jeder Vorlesung angezeigt wurden. Sie erhalten dann den entsprechenden Nachweis der Zusatzausbildung. Allerdings gab es hier noch Optimierungspotenzial; Im nächsten Jahr soll der QR-Code bei Konferenzen immer sichtbar sein.
Das sagen die Aussteller
Mit mehr als 500 Anmeldungen für die Veranstaltung lag die Teilnehmerzahl in diesem Jahr nach Angaben der Veranstalter nahe am Vorjahresrekord. Insgesamt 50 Aussteller berichteten im Financial Planning Forum über ihre Produktkonzepte und aktuelle Trends.
„Es ist ein fantastisches Format, wir sind hier schon seit mehreren Jahren vertreten“, betont Moritz Schüssler von Vanguard. „Wir schätzen den Austausch mit Gästen aus den unterschiedlichsten Branchen, von Banken, Vermögensverwaltern bis hin zu IFAs, alles ist da“, betonte Ronny Alsleben von Laiqon.
Auch Tanja Bender von Candriam zeigte sich zufrieden mit der hohen professionellen Qualität der Gespräche mit den Fachbesuchern am Stand. Die Teilnahme lohnt sich, deshalb wird Candriam auch 2026 wieder als Aussteller dabei sein. „Wir sind hier, weil Finanzplaner genau der Kunde sind, dem wir unsere Investitionen vermitteln wollen, weil sie komplex und daher erklärungsbedürftig sind“, sagt Sascha Dohmen vom Sachwertanbieter TSO The Simpson Organization.
„Wir hatten eine gute Teilnehmerzahl bei unserem Vortrag, das Interesse an globalen, aber auch europäischen Ansätzen ist allgegenwärtig“, sagte Patrick Möbs von Columbia Threadneedle Investments. Die Fondsgesellschaft ist einer der ältesten Partner des Financial Planning Forum.
Was Fachbesucher im Financial Planning Forum suchen
Auch die von DAS INVESTMENT befragten Fachbesucher zogen am Ende des zweiten Messetages ein positives Fazit. „Eine schöne, umfangreiche und gut organisierte Veranstaltung mit hervorragenden Ausstellern. Besonders interessiert haben mich die aktuellen Marktentwicklungen und Erbschaftsthemen“, sagte Anja Zacher, AZ Finanzkonzept aus Berlin.
Nils Roloff, Private Office Brawo Group, reiste erstmals aus Braunschweig an. „Mir gefällt, dass man bei den Fördererpräsentationen ins Detail gehen kann, andererseits aber auch die Aspekte der Finanzplanung nicht zu kurz kommen“, sagt Roloff.
Hendrik Laaß, Geschäftsführer der VML Vermögensmanagement, kommt seit rund zehn Jahren regelmäßig zum Forum Finanzplanung. „Bei 50 Ausstellern ist das Programm sehr abwechslungsreich und informativ. Für Kapitalmarkttheorie, aber auch eine Alternative ist immer ein Platz. Die Möglichkeiten finde ich sehr gut“, sagt der Berliner Vermögensverwalter.
Der Termin für nächstes Jahr steht bereits fest: Das 22. Finanzplanungsforum findet am 26. und 27. November 2026 wieder im Berliner Kosmos statt. Weitere Informationen und Anmeldung hier bei IFNP.