Union kritisiert SPD-Vorschläge zur neuen Erbschaftssteuer

Union kritisiert SPD-Vorschläge zur neuen Erbschaftssteuer

Beginn: 13. Januar 2026 • 18:55 Uhr

Die SPD hält die aktuellen Regelungen zur Erbschaftssteuer für ungerecht, insbesondere weil die Reichsten wenig zahlen. Nun haben die Sozialdemokraten Änderungsvorschläge vorgelegt. Die anderen Parteien reagieren kritisch.

Nicole Markwald

Die SPD will die Erbschaftssteuer ändern. Letztlich sei es ungerecht, Menschen mit kleineren Erbschaften stärker zu belasten als Erben mit Milliardenvermögen, wie es bislang geschieht, sagte SPD-Fraktionsvize Wiebke Esdar. So können beispielsweise sogenannte Befreiungsregelungen dazu führen, dass Milliardenbeträge steuerfrei vererbt werden können.

Esdar erklärt: „Wir wollen sie auch in die Pflicht nehmen. Denn es ist eine Frage der Gerechtigkeit, dass hohe Einkommen auch in dieser Situation, in der wir uns in Deutschland befinden, dazu beitragen, dass mehr Geld beispielsweise in Bildung investiert werden kann.“

Denn genau das will die SPD mit den Mehreinnahmen erreichen. Die Pläne sehen außerdem vor, dass private Erbschaften bis zu einer Million Euro steuerfrei sind. Für das Betriebsvermögen soll eine Rückstellung in Höhe von fünf Millionen Euro angesetzt werden. Bis zu dieser Höhe würden Unternehmen keine Erbschaftssteuer zahlen. Für alles andere schlägt die SPD lange Aufschubfristen vor.

Links: Zentrales Thema: Gerechtigkeitsfrage

Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Fraktion Die Linke, bezeichnet die Maßnahme als „durchsichtiges Manöver“ vor dem nächsten Jahr der Superwahlen. Allerdings ist die Frage der Erbschaftsteuer eine der zentralen Gerechtigkeitsfragen in Deutschland. „Es geht nicht darum, den arbeitenden Menschen die Früchte ihrer Arbeit vorzuenthalten, sondern darum, das enorme Ungleichgewicht und die enorme Ungerechtigkeit abzubauen“, sagte Reichinnek.

Ähnlich äußerte sich auch Britta Haßelmann von den Grünen. Natürlich ist es wichtig, für mehr Gerechtigkeit im Steuersystem zu sorgen. Die Botschaft dieser SPD-Initiative sei jedoch eine neue Auseinandersetzung mit der Frage der Steuergesetzgebung, „anstatt konkrete Informationen zum Thema Wirtschaft anzubieten“. Haßelmann nennt dafür auch Beispiele: Strompreissenkungen für alle, der seit langem versprochene Strombrückenpreis für die Industrie oder ein verstärkter Ausbau erneuerbarer Energien.

Die AfD-Fraktion sprach im Herbst davon, die Erbschafts- und Schenkungsteuer abschaffen zu wollen, äußerte sich bislang aber nicht zu den Vorstellungen der SPD.

Harte Kritik aus der Union

Die SPD könnte ihre Pläne mit ihrem Koalitionspartner Union umsetzen. Doch die Sozialdemokraten lehnen sie eiskalt ab. Falsche Debatte zur falschen Zeit, sagte Alexander Hoffmann von der CSU. Ein solches Ziel ist giftig und leistungsschädlich. „Das falsche Signal ist heutzutage, dass wir leistungssteigernde Anreize brauchen“, so Hoffmann weiter.

CSU-Chef Markus Söder warnte vor der Abwanderung von Unternehmen aus Deutschland. Er bezeichnete die geplanten Veränderungen im Betriebsvermögen als „Einladung zur Auswanderung“.

Spahn verweist auf das erwartete Gerichtsurteil

CDU-Fraktionschef Jens Spahn äußerte Unverständnis über den Zeitpunkt der Initiative nach drei Jahren Rezession und Stagnation. Darüber hinaus wird in diesem Jahr mit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Thema Erbschaftsteuer gerechnet. Die bisherigen Vermögenssicherungsregelungen werden voraussichtlich abgelehnt. Spahn sagte, die Vorschläge der SPD hätten besser untereinander diskutiert werden können als sofort und öffentlich.

Trotz allem bleibt die SPD optimistisch. Fraktionsvorsitzender Matthias Miersch sprach von gutem Mut; Es gab eine gehörige Portion Optimismus hinsichtlich des Ziels.

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