Gesetzgebung für das digitale Zeitalter: Welche Lehren lassen sich aus der neuesten EU-Gesetzgebung ziehen?

Gesetzgebung für das digitale Zeitalter: Welche Lehren lassen sich aus der neuesten EU-Gesetzgebung ziehen?

Digitalisierung

Auf der GDV-Veranstaltung „Richtige Gesetzgebung für das digitale Zeitalter“ in Brüssel zogen Vertreter aus Industrie, Verbrauchern und europäischen Institutionen eine Bilanz der zahlreichen digitalen Regulierungen der letzten Jahre und gaben ihre Empfehlungen für eine angemessene Gesetzgebung in der Zukunft ab.

Letzte Aktualisierung: 3. Mai 2024

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In den letzten fünf Jahren hat sich die Europäische Kommission der großen Herausforderung gestellt, globale Rechtsvorschriften zu künstlicher Intelligenz, Daten, Cyber-Resilienz und Kontrollplattformen zu entwickeln. Das Ziel: ein gemeinsamer europäischer digitaler Rechtsrahmen. In diesem Zusammenhang diskutierten hochkarätige Redner bei der GDV-Podiumsdiskussion zum Thema „Gesetzgebung für das digitale Zeitalter“ über die Grundsätze einer starken, verlässlichen und zukunftsfähigen digitalen Gesetzgebung, die Schutz und Innovation in Europa in Einklang bringen kann.

Großer Erfolg des digitalen EU-Binnenmarkts

Nach jahrelangen Verhandlungen hat die Europäische Union ihren ersten umfassenden digitalen Rechtsrahmen verabschiedet, der Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und individuelle Rechte in Einklang bringt. Dies sei an sich schon ein großer Erfolg gewesen, sagte Yvo Volman, Direktor der Generaldirektion für Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien der Europäischen Kommission, da dadurch eine Fragmentierung des digitalen Binnenmarkts der EU aufgrund unterschiedlicher Rechtsvorschriften in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten verhindert werden könne. „Dieser Rechtsrahmen, ergänzt durch Förderprogramme für neue Technologien, stellt sicher, dass Innovation im Mittelpunkt der europäischen digitalen Agenda bleibt.“

Die Regelungen kommen zum richtigen Zeitpunkt, da die COVID-Pandemie und der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine digitale Technologien in den Vordergrund des täglichen Lebens der Europäer und der Sicherheit des Kontinents gerückt haben.

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Yvo Volman, Direktor der Datendirektion der Europäischen Kommission

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Frederico Oliveira da Silva, Leiter Digitale Rechte, BEUC – Die Europäische Verbraucherorganisation

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Lenka De Mauro, Leiterin Europäische und Internationale Angelegenheiten beim GDV

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Judith Storm, Leiterin der Koordinationsstelle Digitalisierung

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zurück weiter schließen Balance zwischen Schutz und Innovation

Bei der Entwicklung der EU-Digitalvorschriften stellten sich auch Fragen zum empfindlichen Gleichgewicht zwischen Innovation und Schutz. Stefan Gehring, General Counsel und Group Compliance Officer bei Munich Re, betonte, dass Regeln vereinfacht werden sollten und eher als Treiber für den Fortschritt denn als Hindernis dienen sollten.

Frederico Oliveira da Silva, Leiter Digitale Rechte bei BEUC, betonte, dass die Gesetzgebung zu digitalen Märkten von entscheidender Bedeutung sei, um die gravierenden Ungleichgewichte zu korrigieren, die den Verbrauchern derzeit erheblich schaden. Darüber hinaus wurde betont, dass die Umsetzung prinzipienbasierter Gesetzgebung auf technischer Ebene sowohl für Institutionen als auch für die Industrie eine Herausforderung darstellen kann, unabhängig von möglichen Überschneidungen oder Inkonsistenzen zwischen horizontalen Vorschriften und ihrer Umsetzung in den jeweiligen Sektoren.

Wirksame und kohärente Gesetzgebung

Es bestand Einigkeit darüber, dass die nächste Europäische Kommission wirksamen und kohärenten Rechtsvorschriften Priorität einräumen muss, um Wettbewerbsfähigkeit und Innovation sicherzustellen. Ziel sollte es sein, eine Doppelregulierung zu vermeiden, um übermäßige Bürokratie zu vermeiden. Kai Zenner, Leiter des Büros des Europaparlamentsabgeordneten Axel Voss, erklärte, dass der Schlüssel zur Bewältigung der wachsenden Zahl gut gemeinter, aber etwas inkohärenter digitaler Gesetze in der Rückkehr zu den Prinzipien der „besseren Regulierung“ liege. Gleichzeitig muss versucht werden, die verschiedenen neuen Rechtsrahmen während ihrer Umsetzungsphase zu harmonisieren. Diese Position wurde auch von Vincenzo Renda, Direktor für Binnenmarkt und digitale Wettbewerbsfähigkeit bei Digital Europe, unterstützt, der darauf hinwies, dass die EU von der Schaffung digitaler Vorschriften zur Harmonisierung und wirksamen Umsetzung übergehen sollte.

In diesem Zusammenhang werden die Entwicklung digitaler Fähigkeiten, einheitlichere Folgenabschätzungen und die Umsetzung technischer Standards für die Anpassung der europäischen Gesetzgebung in allen Sektoren an das digitale Zeitalter von entscheidender Bedeutung sein.

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