Krypto, Gewinne Veröffentlicht: 8. Juli 2026 um 4:16 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Gewinne aus Kryptowährungen müssen mit einer Pauschalsteuer von 26,4 % besteuert werden, da der deutsche Haushalt 2027 Milliarden zwischen Gewinnern und Verlierern verschiebt. Mit KI erstellte Illustration, gestreamt von boerse-global.de
Mit Inkrafttreten des deutschen Bundeshaushalts 2027 verlieren Bitcoin und andere digitale Vermögenswerte nach einer einjährigen Haltefrist ihren steuerfreien Status. Ab dem 1. Januar 2027 unterliegen Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen der Kapitalertragsteuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag, wodurch sich die Staatseinnahmen um etwa eine Milliarde Euro pro Jahr erhöhen. Die Änderung ist Teil eines Ausgabenplans in Höhe von 555,4 Milliarden Euro, den das Kabinett diese Woche genehmigt hat. Nach Angaben der Regierung wird das Paket die Einkommenssteuerbelastung für die meisten Haushalte senken und gleichzeitig neue Steuern auf Kunststoffe, Tabak und Alkohol erhöhen.
Die wichtigste Entlastungsmaßnahme – jährliche Einkommensteuersenkungen in Höhe von 10 Milliarden Euro – erfolgt durch Erhöhungen des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags und des Pauschalabzugs für Arbeitnehmer. Der höchste Grenzsteuersatz tritt auch bei einer höheren Einkommensschwelle in Kraft, eine Maßnahme, die die „kalte Progression“ ausgleichen soll, bei der die Inflation die Arbeitnehmer auf ein höheres Niveau treibt. Allerdings erhöht die Regierung gleichzeitig den „Vermögenssteuersatz“ für Spitzenverdiener. Laut einer Analyse des Instituts für Wirtschaftsforschung (IW) in Köln wird ein Großteil der Steuererleichterungen durch steigende Sozialversicherungsbeiträge zunichte gemacht. Alleinstehende, die 6.500 Euro brutto im Monat verdienen, zahlen am Ende 383 Euro mehr im Jahr. Familien mit mittlerem Einkommen können durch ein höheres Kindergeld die Gewinnschwelle erreichen oder leicht profitieren.
Die gesamten Haushaltsausgaben von 555,4 Milliarden Euro bedeuten einen deutlichen Sprung im Vergleich zum Jahr 2026. Die erwartete Nettoneuverschuldung beträgt 118,7 Milliarden Euro, unter Einbeziehung von Sondermitteln erhöht sich die Gesamtverschuldung auf rund 200 Milliarden Euro. Der Verteidigungsetat beläuft sich auf 109,7 Milliarden Euro (33 Prozent mehr als im Jahr 2026), die Prognose geht von 200,9 Milliarden Euro bis 2030 aus. Für die Ukraine ist ein gesonderter Posten in Höhe von 11,6 Milliarden Euro vorgesehen. Der Wohnungsbau erhält eine Zusage von 23,5 Milliarden Euro, verteilt auf den Zeitraum 2027-2029.
Die Einnahmen aus den neuen Verbrauchssteuern werden voraussichtlich mehrere Milliarden betragen. Eine Plastiksteuer von 0,80 Euro pro Kilogramm nicht recyceltem Plastik soll dem Bund eine Milliarde Euro einbringen. Branchenexperten warnen, dass die Kosten auf die Verbraucher umgelegt werden und etwa zwei Cent zu einem Standardpaket hinzukommen. Die Zigarettenpreise werden durchschnittlich 8,80 Euro pro Packung erreichen, was zusätzliche 800 Millionen Euro einbringt, während die Alkoholsteuer um 20 Prozent erhöht wird, was zusätzliche 455 Millionen Euro einbringt.
Um die Haushaltslücke zu schließen, kürzt die Regierung auch die Sozialausgaben. Insbesondere entfällt der im Juli 2022 eingeführte Notzuschlag von 25 Euro pro Monat für Kinder aus einkommensschwachen Familien, wodurch 450 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden. Weitere Kürzungen betreffen Zuschüsse zur Rente und Krankenversicherung sowie Zuschüsse zum Wohngeld und zum Elterngeld.
Das Projekt geht nun in den parlamentarischen Prozess; Mit der endgültigen Zustimmung des Bundestags wird im November 2026 gerechnet. Die zentrale politische Frage bleibt die gleiche wie in den bisherigen Haushalten: Welche Gruppen tragen die Lasten und welche kassieren die versprochenen Entlastungen tatsächlich.
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