Seit Monaten gibt es zwischen Union und SPD Streit um Einsparungen und Kontrollen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte unter anderem eine Erhöhung der Erbschaftsteuer vorgeschlagen, doch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist dagegen.
Capital Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE-Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik: eigensinnig, exklusiv, relevant.
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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat nun eine neue Idee vorgestellt: Er schlägt vor, dass jedes Bundesland selbst entscheidet, ob und wie viel Erbschaftssteuer einziehen will. Hintergrund ist, dass die Länder die Einkünfte aus der Erbschaftssteuer einbehalten.
Das will Söder bei der Erbschaftssteuer in Bayern senken
„Die Erbschaftssteuer muss gründlich reformiert werden. Unser Ziel ist klar: Die Steuer muss sinken! Es liegt ein konkreter Vorschlag auf dem Tisch: die Regionalisierung der Erbschaftssteuer“, sagte Söder der „Bild“-Zeitung. „Jedes Bundesland soll in Zukunft die Möglichkeit haben, seine Steuersätze selbst festzulegen, denn die Steuereinnahmen fließen weiterhin in die Landeshaushalte. Es ist logisch, den Ländern die Hoheit über die Höhe der Steuer zu geben.“
Söder hat bereits angekündigt, die Erbschaftssteuer in Bayern um mindestens 50 Prozent senken zu wollen. „Die Erbschaftssteuer in ihrer jetzigen Form ist einfach ungerecht, insbesondere wenn es um Übertragungen von mittelständischen Unternehmen, Handwerksbetrieben oder Erbschaften aus dem Elternhaus geht. In diesen Fällen sollte sie abgeschafft werden“, sagte der CSU-Chef.

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Der bayerische Ministerpräsident geht davon aus, dass sein Bundesland durch die aktuelle Erbschaftssteuerstruktur benachteiligt wird. „Obwohl die Immobilienpreise hier deutlich höher sind, gelten bundesweit einheitliche Steuererleichterungen. Das führt dazu, dass immer mehr Menschen in Bayern ihr Elternhaus verkaufen müssen, um Erbschaftssteuer zu zahlen“, sagt Söder, der das für „weder sozial noch fair“ hält.
Söder erhält Unterstützung für seinen Vorschlag
Söders Vorschlag findet die Unterstützung des Steuerzahlerbundes: „Markus Söder spricht ein echtes Problem an: Die Freibeträge werden seit Jahren nicht mehr angepasst. Die Folge: In manchen Regionen muss man für das Haus der Großmutter oft hohe Steuern zahlen, viele Erben sind zum Verkauf gezwungen“, kritisiert Verbandschef Reiner Holznagel in der „Bild“-Zeitung.
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Allerdings forderte die Präsidentin des Bundesverbandes Familienunternehmen, Marie-Christine Ostermann, die vollständige Abschaffung der Steuer für Unternehmen in den ostdeutschen Bundesländern. Ostermann betonte gegenüber unserer Redaktion, dass die dortigen Unternehmen bis zum Fall der Mauer systematisch im Nachteil waren, wenn es um die Kapitalbeschaffung ging. „Eine vollständige Abschaffung in den ostdeutschen Bundesländern würde die Fähigkeit der Unternehmen in diesen Ländern, ihr Vermögen zu stärken, vom Familienunternehmen bis zum Handwerksbetrieb, erheblich verbessern“, erklärte er. Er betonte zudem, dass der Vorschlag aus bayerischer Sicht nachvollziehbar sei. „Gerade im Vergleich zu Österreich, wo es keine Erbschaftssteuer gibt, haben Unternehmen in Grenzregionen einen erheblichen Wettbewerbsnachteil“, sagt Ostermann.
Was bei Söders Plan außerdem berücksichtigt werden muss: Söders Vorschlag würde das Ungleichgewicht zwischen den Bundesländern weiter verstärken. Denn bei einem besonders niedrigen Steuersatz in Bayern würden wohl die Reichen dorthin ziehen, um Steuern zu sparen. Durch die Zuwanderung würde Bayern mehr Erbschaftssteuern eintreiben; In anderen Bundesländern würden die Einnahmen wegfallen.
jst/FMG